| Das Begräbnis Essam Joudahs: Israel erklärt den
Krieg!
Der Leichnam Essam Joudahs, eines Zivilisten, wurde in der Nähe
seines Hauses gefunden. Essam war seit einem Tag nicht mehr nach Hause zurückgekehrt.
Nachbarn, die ihn zuletzt gesehen hatten, berichten, ihm seien beim Weggehen
ein Jeep der israelischen Armee und der Kombi eines jüdischen Siedlers
gefolgt. Sein Leichnam war verstümmelt. Zahlreiche Brandwunden und
andere Anzeichen dafür, daß ein Auto über seinen Kopf gefahren
wurde, zeugten von der erlittenen Folter. Er war kaltblütig ermordet
worden.
Joudahs Familie war vollkommen verstört. Sein Begräbnis
war auf den 12 Oktober festgesetzt worden.
Während des Begräbnisses wallten die Emotionen auf. Nicht
nur wegen des entsetzlichen Mordes an Essam; die Palästinenser hatten
damals bereits mehr als 88 Tote – alle Opfer von Feuer aus israelischen Gewehrläufen
- zu beklagen. Als sich der Trauerzug in Richtung auf den Friedhof der Märtyrer
hin bewegte, bemerkten ein paar
Jugendliche, dass einige der Trauergäste israelische Armeestiefel
trugen. Die Jugendlichen begriffen, dass es sich bei diesen Trauergästen
in Wirklichkeit um Greifer handelte.
Die Greifer (al-Mosta'aribun) sind eine Einheit der israelischen
Armee. Ihre Aufgabe besteht darin, bei den Palästinensern in der Menge
unterzutauchen und sich an Steinschleuderaktionen mitzubeteiligen. Sie greifen
dann gezielt den von ihnen angepeilten Steinschleuderer auf und führen
ihn ab zum “Verhör“. Der Demonstrant wird zusammengeschlagen und "bestraft".
Die "Greifer" sind für ihre Rücksichtslosigkeit bekannt. Wenn
sie in Panik geraten, was oft passiert, schlagen sie ihnen im Weg
stehende Demonstranten tot, bevor sie die Flucht zu ihrem Armeeposten
antreten. Kein Wunder also, daß die Palästinenser die Mitglieder
dieser Armeeinheit verachten.
Natürlich begannen die Trauergäste, die in Panik geratenen
Greifer zu prügeln. Die palästinensische Polizei kämpfte sich
zu ihnen durch und es gelang ihr, sie auf die Polizeistation von Ramallah
in „Sicherheit“ zu bringen.
Über diesen Vorfall wird von Israel schlicht die Unwahrheit
verbreitet. Als die ersten Meldungen eintrafen, berichtete CNN vom Israelischen
Fernsehen aus, vier israelische Reservisten seien in Ramallah gefangen genommen
worden. h (Englisch). CNN
berichtete weiter, die Reservisten seien alle getötet worden. Israel
hatte immer noch nicht berichtigend klargestellt, daß nur zwei der
"Reservisten" getötet worden waren. Israel hat nie eine Erklärung
dafür abgegeben, warum anfangs von vier Verschollenen die Rede gewesen
war. Es scheint, als sei einem der Vieren die Flucht aus eigenen Kräften
geglückt. Die übrigen drei wurden in Ramallah aufgegriffen. Israel
behauptet, die Soldaten hätten sich verlaufen. Es ist äusserst
unwahrscheinlich, daß die vier Soldaten
durch vier Kontrollposten hindurchkamen, ohne dass sie jemand darauf
aufmerksam gemacht hätte, in welche Richtung sie sich da bewegten.
In Intifada.com veröffentlichen wir das Photo einer der israelischen
Soldaten, der von der palästinensischen Polizei abgeführt wird.
Der Mann trägt die traditionelle Kopfbedeckung der Palästinenser
und versucht, sein Gesicht zu verbergen. Es handelt sich um einen der vier
Israelis, die in Ramallah vermisst wurden. Eine Menschenmenge begann, sich
vor der Polizeistation anzusammeln. Der Mob – angeführt vom Bruder des
Toten, bei dessen Begräbnis die Israelis aufgegriffen worden waren –
machte sich daran, die vor der Station Wache stehenden palästinensischen
Polizisten anzugreifen. In der Polizeistation hielten sich nur wenige Diensthabende
auf, da die meisten von ihnen zur Überwachung der Demonstrationen an
die Stadtränder abkommandiert waren. Bald gelang es dem Mob, sich gewaltsam
einen Weg in die Polizeistation zu bahnen; dabei schlugen sie auf die eigenen
Polizisten ein und verletzten viele von ihnen. Es gelang ihnen, der „Greifer“
habhaft zu werden und zwei von ihnen totzugschlagen. Sie warfen sogar einen
der Toten aus einem Fenster im ersten Stock.
Eine hässliche Darbietung von Haß gegenüber den
israelischen Besatzern.
Der dritte “Greifer” wurde im Schutz des entstandenen Chaos und
mit Hilfe der
palästinensischen Polizei aus der Polizeistation geschmuggelt.
Der Mob schlug und trat unaufhörlich auf die leblosen Körper der
anderen beiden ein. Die Polizei gewann bald wieder Kontrolle über die
Situation und übergab die beiden Leichname und den glücklichen Überlebenden
der israelischen Armee. Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte
den Totschlag der beiden Soldaten und verfügte die Verhaftung von Leuten,
die die Straftat begangen hatten.
Die Palästinenser und Israel befinden sich offiziell im "Friedenszustand".
„Greifer“ sind dazu ausgebildet, in dicht besiedelte Gebiete der Palästinenser
einzudringen und Palästinenser zu entführen. Sie befanden
sich inmitten eines Begräbnisses und zwar eines soeben von der israelischen
Armee ermordeten Palästinensers. Die Polizei hatte versucht, sie zu
schützen, konnte aber nur einen von ihnen retten. Präsident Arafat
hat die Straftat verurteilt und die Verhaftung von Verantwortlichen für
den Vorfall angeordnet. Dieser Schritt hat dem Ansehen Präsident Arafats
unter dem palästinensischen Volk geschadet. Er war jedoch entschlossen,
alles in seiner Macht Stehende zu unternehmen, um die Lage zu entspannen.
Israel hatte daran kein Interesse.
Israel ordnete unverzüglich die Schliessung des palästinensichen
Flughafens, der
ohnehin nur für Zivilverkehr bestimmt ist, an. Alle Straßen
wurden für palästinensische Verkehrsteilnehmer gesperrt. Dann begannen
Kampfhubschrauber, über Ramallah zu fliegen. In der Zwischenzeit waren
vor der Küste Gazas Kriegsschiffe in Sicht gekommen. Kurz darauf wurde
die Polizeistation von Ramallah durch Bombenabwürfe in die Luft
gesprengt, danach traf es die beiden Häuser Arafats in Ramallah und Gaza,
sowie eine Reihe weiterer Ziele. Israel erklärte, es liesse die Tötung
seiner beiden Soldaten nicht
„unbeantwortet“.
Die Reaktionen Israels waren in keiner Weise die eines zivilisierten
Landes und führten zwangsläufig zu einer weiteren Eskalation der
Situation. Die palästinensische Führung wertete den Angriff als
Kriegserklärung. Kein Land der Welt könnte ein Vorgehen, wie das
von Israel an den Tag gelegte, rechtfertigen.
Videoaufnahme des Angriffs auf das Haus von Präsident
Arafat:QuickTime
Movie, Real
&Windows media von CNN.
Klicke hier und lies die Die
Tötung eines israelischen Soldaten palästinensischen Ursprungs. |